Seit einiger Zeit beobachtet ein guter Freund von uns einen Steinmarder bei sich zu Hause im Fricktal. Typischerweise beschädigt der Marder nichts an dem Ort wo er lebt, im „Tenn“ vom alten Bauernhof. Sogar die Fahrzeuge lässt er in Ruhe, im Gegenteil, er drängt andere Marder erfolgreich in die Flucht. Sein Fauchen erinnert etwas an das einer Katze, mit der Zeit hört man den Unterschied aber gut.

Weitere interessante Merkmale, die wir immer wieder als Frage erhalten ist, wie wird man den Marder los? In unserer Geschichte gibt es keinen Grund den Marder loszuwerden. Bis auf die Losung (der Marder macht in die Scheune) stört er überhaupt nicht. Was dazu kommt ist, dass wenn ein Marder weg ist, steht der nächste sofort da. Sie riechen die Spuren des Vorgängers und entdecken den Ort somit um ein vielfaches schneller, als wenn sie alles erkunden müssten. Marder (Steinmarder) sind zwar jagdbar, aber uninteressant. Was man oft hört ist, dass die Marder eingefangen werden und dann wieder irgendwo im Wald freigesetzt. Auch diese Strategie ist etwas merkwürdig, da eher der Baummarder im Wald lebt und erstens ein neuer Steinmarder schnell wieder da steht und der Vorgänger wird sich auch irgendwo in der Nähe der Menschen ein neues zu Hause suchen.

Der Steckbrief aus dem Wildtierportal-bw-de

Bestandssituation
günstig
Kopf-Rumpf-Länge
♂: Ø 46 cm, ♀: Ø 43 cm
Körpergewicht
♂: Ø 1.670 g, ♀ Ø: 1.320 g
Paarungszeit
Juni – August 
Fortpflanzung
Geräuschvolles Liebesspiel mit wilden Verfolgungsjagden; Junge werden 5 Wochen ausschliesslich gesäugt; Männchen beteiligt sich nicht an der Jungenaufzucht; ab 10. Woche ausschliesslich feste Nahrung; ab 12. Woche nimmt Fähe Junge mit auf Streifzüge; Auflösung des Familienverbands und Abwanderung ab Spätsommer.
Setzzeit
März – April
Anzahl Junge
1 – 5, im Mittel 3
Jungtieraufzucht
März – September
Lebensweise
Steinmarder leben als Einzelgänger, beide Geschlechter grenzen Revier mit Duftmarken ab; dämmerungs- und nachtaktiv; leben häufig in Menschennähe; Streifgebiete von Steinmardern in Wald- und Feldgebieten sind größer als von Mardern im Dorf.
Nahrung
Allesfresser, im Sommer und Herbst überwiegend pflanzliche Kost (Garten- und Wildfrüchte, Beeren); im Winter häufig Fallwild und Aas; ganzjährig Mäuse und Ratten, Regenwürmer und Vögel; in der Stadt häufig Haustauben und deren Eier.

Lebensraum

Im Unterschied zum Baummarder, der überwiegend an den Lebensraum Wald gebunden ist, ist der Steinmarder schon seit alters her ein Kulturfolger des Menschen und wird bereits in  Lehrbüchern aus dem 17. Jahrhundert als Haus- oder Dachmarder beschrieben: „Der Marder werden zweierlei bei uns gefangen: Der erste wird genannt Dachmarder, Hausmarder, Steinmarder, Buchmarder: aus der Ursache dieweil er um die Häuser, grossen Gebäuden, in Mauern, Türmen, Steinen und Buchen wohnt“ (Gessner 1669).

Der Steinmarder kommt aber nicht nur im menschlichen Siedlungsbereich vor, sondern er ist auch in der Feldflur und im Wald verbreitet, solange er ausreichend Nahrung und Deckung findet. Steinmarder bauen ihre Unterschlüpfe und Tageseinstände niemals selbst, sondern sie nutzen vorhandene Quartiere, z.B. Heu- und Dachböden, Garagen, Durchlässe oder Zwischenböden und im Aussenbereich Reisighaufen, Wurzelteller, Baumhöhlen oder die Erdbaue von Füchsen und Kaninchen.

LEBENSRAUM STADT

Den Tag über verbringt der Steinmarder in einem Versteck, das er regelmäßig wechselt. Da Marder sich kein Versteck selbst bauen, nutzen sie beispielsweise unbewohnte Gebäude wie Scheunen oder Gartenhäuschen, Dachböden, Holzstapel, Steinbrüche, Baumhöhlen, Gebüsche oder Bahntrassen als Unterschlupf. Marder meiden freies Gelände und sind daher vor allem auf das Vorhandensein von kleinräumigen Strukturen, wie beispielsweise Hecken, Steinwällen, Mauern, Kanälen oder Bächen angewiesen, die ihnen Deckung geben. Der städtische Lebensraum bietet also gute Bedingungen für das Vorkommen von Steinmardern.

Nach Sonnenuntergang verlässt der Steinmarder sein Tagesversteck, um auf Nahrungssuche zu gehen und das Revier abzugrenzen. Es wurde allerdings beobachtet, dass Marder in Städten ihren Tagesablauf an den Rhythmus der Menschen angepasst haben, um diesen möglichst aus dem Weg zu gehen. Daher bleiben sie im Winter auch nach Einbruch der Dunkelheit noch mehrere Stunden in ihrem Versteck und verlassen dies erst, wenn sich die menschliche Aktivität auf den Strassen, in Parks und Wohngebieten gelegt hat.

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